Chirurgische Klinik

Diese Seite ist ein intergraler Bestandteil der Internetpräsentation der Klinik für Chirurgie

Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-Thorax und Gefäßchirurgie

 

 

 

 

 

CIRS Philosophie

Nach den Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit sterben in Deutschland jährlich ca. 17.000 Menschen in Folge vermeidbarer Fehler bei Krankenhaus-Behandlungen, jeden tausendsten Klinikpatienten trifft es demnach in den meisten Fällen sind es Infektionen aufgrund mangelnder Hygiene und Nebenwirkungen von Arzneimitteln.

Ein Behandlungsfehler wird definiert als eine nicht angemessene, zum Beispiel nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht zeitgerechte Behandlung eines Arztes bzw. einer Ärztin und kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit dazu gehören Tun oder Unterlassen - betreffen. Dabei kann der Fehler rein medizinischen Charakters sein, sich auf organisatorische Fragen beziehen, oder es kann sich um Fehler nach geordneter oder zuarbeitender Personen wie Krankenschwerstern und -pfleger handeln. Auch fehlende oder unrichtige, unverständliche oder unvollständige Aufklärung über medizinische Eingriffe und ihre Risiken zählen zu Behandlungsfehlern.

Rund 40.000 Patientinnen und Patienten beschweren sich nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) jedes Jahr, weil sie glauben, durch einen Behandlungsfehler geschädigt worden zu sein.

Solche einzelne Zwischenfälle werden nur allzuhäufig als Fehlhandlung oder Versagen von Einzelnen dargestellt ("human error").

Analysen von Critical Incidents wie auch Erfahrungen aus der Fliegerei, der Nuklear- und Ölindustrie oder anderen komplexen Systemen haben aber deutlich gezeigt, dass solche Ereignisse fast immer multifaktoriell verursacht sind:

Arbeitsbelastung, Kommunikations-, Ausbildungs- und Überwachungsprobleme, ungenügende Ressourcen, Teamfaktoren, inadäquate Umgebung und Patientenfaktoren sind meist entscheidend mitbeteiligt.

Unter kritischen Zwischenfällen im Allgemeinen versteht man Ereignisse oder Umstände, die einen negativen (oder positiven) Einfluss auf die Ziele eines Systems haben (können).

Es sind also Ereignisse, die ohne Intervention zu einem unerwünschten Ausgang, d.h. einer physischen od. psychischen Beeinträchtigung eines Patienten hätte führen können (oder trotz Intervention dazu geführt haben); d.h. Critical Incidents haben primär einen verminderten "Margin of Safety-" und nicht einen Komplikations-, respektive Adverse-Event- Charakter.


Schwere Zwischenfälle und Komplikationen (Adverse Events) sind relativ selten. Es macht nur bedingt Sinn, die Systemsicherheit durch die akribische Analyse von solchen seltenen Einzel-Ereignissen zu verbessern, wenn tagtäglich auch bei der Arbeit im Gesundheitswesen Vorstufen zu Adverse Events, sogenannte Critical Incidents (CI) passieren.

 

Solche CI haben das Potential unter bestimmten Umgebungsbedingungen zu einer Komplikation auszuufern. Durch die hohe Frequenz von CI im klinischen Alltag stellt deren Untersuchung eine viel grössere und fundiertere Basis für Bemühungen zur Erhöhung der Systemsicherheit dar. Solche Incidents decken kleine und grosse Sicherheits-Lücken im System auf, deren Schliessung zur Erhöhung der Gesamtsicherheit beiträgt. Die Critical Incident Technik zeichnet sich dadurch aus, dass durch das Sammeln von Informationen über kritische Zwischenfälle Erkenntnisse für Korrekturen ("Schließen von Sicherheitslücken") gewonnen werden können und damit künftige Fehler (Adverse Events) vermieden werden.

 

Geschätsordung

Ø      Die Meldung muss anonym getätigt werden können.

Ø      Eine Meldung darf keine disziplinarischen Maßnahmen für den Melder oderauch Gemeldeten nach sich ziehen.

Ø      Missbrauch (Beschimpfung, Denunzierung, unbrechtigte Anschuldigungen) muß verhindert werden. Entsprechende Datensätze werden gelöscht

Ø      Die Mitarbeiter können , wenn gewünscht, eine Rückmeldung und ggf. Handlungsempfehlungen  erhalten.

Ø      Die gewonnenen Daten müssen in das Gesamtgefüge eines Risikomanagements überführt werden.